Autor: Lutz Gornik

Entlastungsbetrag nutzen

Entlastungsbetrag: Sichern Sie sich 125 Euro für die Pflegeunterstützung

Pflegebedürftigen, die ambulant versorgt werden, steht ein Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro im Monat zur Verfügung. Welche Voraussetzungen Sie genau dafür erfüllen müssen und für welche Leistungen Sie diesen anwenden dürfen, erfahren Sie hier.

Der Entlastungsbetrag, der auch unter dem Begriff der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI bekannt ist, ist eine finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse. Er dient dazu, pflegende Angehörige zu entlasten und kann dementsprechend nur für bestimmte qualitätsgesicherte Leistungen genutzt werden. Er wird zusätzlich zu den herkömmlichen Leistungen gezahlt. Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige einem Pflegegrad zugeordnet wurde und zu Hause wohnt.

Diese zusätzliche Betreuungsleistung können Sie wahrnehmen

Bei den zusätzlichen Betreuungsleistungen handelt es sich um eine Pflegesachleistung, also eine zweckgebundene Leistung. Das bedeutet, dass sie nur dann ausgezahlt wird, wenn sie für einen konkreten Zweck verwendet wird, beispielsweise für:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege

Viele Pflegebedürftige profitieren insbesondere von Hilfen im Alltag. Auch diese sogenannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote kommen für den Entlastungsbetrag infrage. Häufig in Anspruch genommen werden unter anderem:

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen (z. B. Wäsche waschen, eigene Versorgung sowie Versorgung von Haustieren)
  • Betreuungsleistungen, etwa in Form von Beaufsichtigung
  • Organisation von individuell benötigten Hilfeleistungen (z. B. Organisation eines Hausnotrufs)
  • Inanspruchnahme von Alltagsbegleitern oder Pflegebegleitern

Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine konkrete Leistung durch den Entlastungsbetrag abgedeckt ist, scheuen Sie sich nicht, uns danach zu fragen. Wir helfen Ihnen weiter.

So erhalten Sie den Entlastungsbetrag

Sind die Voraussetzungen erfüllt, steht Ihnen der Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat zu. Da es sich dabei um eine Kostenrückerstattung handelt, müssen Sie den Antrag nicht vor Inanspruchnahme der Leistungen stellen. Dafür ist es notwendig, den entsprechenden Beleg bei der Krankenkasse miteinzureichen. Das heißt: Sie gehen in Vorleistung und die Pflegeversicherung erstattet die Kosten im Nachhinein. Liegen die Ausgaben über dem Betrag von 125 Euro, müssen Sie die Differenz selbst tragen.

Übrigens verfallen diese Leistungen nicht einfach. Sie können sie also bei Bedarf auch ansparen – zumindest bis zum 30. Juni des Folgejahres. Schöpfen Sie Ihren Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen zudem nicht voll aus, können maximal 40 Prozent dieses nicht genutzten Betrags für die niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote verwendet werden.

Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag

Dieser Prozess der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen kann insbesondere bei älteren Menschen schnell Überforderung auslösen. Eine unkomplizierte Alternative ist die Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag. Werden diese Leistungen beispielsweise von einem regelmäßig bestellten ambulanten Pflegedienst übernommen, kann der Anspruch auf den Entlastungsbetrag an diesen Pflegedienst abgetreten werden. Dieser erhält das Geld dann direkt, Sie müssen nicht mehr in Vorleistung treten und sich nicht weiter darum kümmern. Das bedeutet aber auch, dass Sie weniger Kontrolle über die erbrachten und bezahlten Leistungen haben. Aus diesem Grund sollten Sie hier im regelmäßigen und transparenten Austausch mit dem betreffenden Pflegedienst stehen. Gut zu wissen: Sie können diese Abtretungserklärung auch jederzeit widerrufen.

Haben Sie noch Fragen zu diesem komplexen Themenbereich und wünschen sich eine persönliche Beratung? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Achtsamkeit in der Pflege

Achtsamkeit in der Pflege – ist das überhaupt möglich?

Der Begriff der Achtsamkeit ist heutzutage in aller Munde. Unzählige Ratgeber, Lehrbücher und -videos behandeln dieses Thema und sollen uns dabei helfen, achtsam(er) durch unser
Leben zu gehen. Doch was genau bedeutet Achtsamkeit und lässt sie sich auch auf die Pflege übertragen?

Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, bedeutet das für uns Folgendes: Jeden Moment, in dem wir uns gerade befinden, bewusst wahrzunehmen, ohne ihn jedoch zu bewerten. Sicherlich kennen Sie die Situation, dass Sie beispielsweise während eines Spaziergangs allerlei Gedanken im Kopf haben, die nichts mit der Situation selbst zu tun haben. Stattdessen denken Sie etwa darüber nach, welche Haushaltstätigkeiten Sie am heutigen Tag noch zu erledigen haben oder welche Aufgaben am nächsten Tag auf der Arbeit anstehen. Achtsamkeit bedeutet, sich davon nicht ablenken zu lassen, sondern jedes kleine Detail bei Ihrem Spaziergang wahrzunehmen – sei es die Blume am Wegesrand oder der Vogel im Baum. Doch wie lässt sich diese Form der Achtsamkeit auf die Pflege übertragen und geht das überhaupt?

Nehmen Sie sich Zeit und schenken Sie Aufmerksamkeit

Mehr Achtsamkeit in der Pflege – in der Theorie klingt das natürlich schön und gut. Doch der Alltag als Pflegekraft oder auch als pflegender Angehöriger sieht meist ganz anders aus. Das Arbeitspensum ist hoch, Stress und Hektik an der Tagesordnung. Dennoch appellieren wir an Sie, sich für Ihren Kunden, Patienten oder Angehörigen Zeit zu nehmen. Sie kennen das sicher aus der eigenen Erfahrung: Wer entspannt und gelassen an einen Menschen herantritt und ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkt, bekommt vieles zurück. Denn dadurch wird auch der Betroffene ruhiger und schenkt uns seine Aufmerksamkeit. So erfahren wir vielleicht Dinge, Ängste, Bedürfnisse, Emotionen, die uns andernfalls verborgen geblieben wären. Der Pflegebedürftige fühlt sich umsorgt und ist dankbar für den Austausch. Das bedeutet auch: mehr Wohlbefinden – ein wichtiger Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Tipps für mehr Achtsamkeit in der Pflege

Doch wie schafft man es, sich im stressigen Arbeitsalltag auf Achtsamkeit zu besinnen und Menschen in der Pflege die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken? Wir haben Ihnen im Folgenden ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen vielleicht weiterhelfen:

  1. Versuchen Sie sich bewusst zu entspannen, bevor Sie das Zimmer des Betroffenen betreten. Oft hilft es schon, ein paar Mal tief durchzuatmen. Lassen Sie die Schultern herunterfallen, so werden Sie nicht nur lockerer, sondern können mitunter auch Verspannungen vorbeugen.
  2. Nehmen Sie sich einen Stuhl und setzen Sie sich neben den Betroffenen. So sind Sie auf gleicher Augenhöhe und signalisieren, dass Sie sich Zeit nehmen. Halten Sie Blickkontakt.
  3. Sehen Sie nicht nur die Krankheit, sondern auch den Menschen dahinter. Jeder Betroffene hat ganz individuelle eigene Bedürfnisse – genauso individuell sollte auch die Pflege sein. Das bedeutet: Nehmen Sie den Menschen mit all seinen Facetten wahr und machen Sie sich diese bewusst.
  4. Planen Sie Ihren Pflegealltag bewusst und im Voraus.
  5. Entspannen Sie nach einem stressigen Arbeitstag. Machen Sie beispielsweise einen achtsamen Spaziergang.

Dass es nicht immer möglich ist, all diese Tipps zu befolgen, wissen wir. Mehr Achtsamkeit in der Pflege werden Sie auch nicht von einem Tag auf den anderen erreichen. Stattdessen sollten Sie dies als Prozess sehen. Je mehr und öfter Sie diese Punkte umsetzen können, desto besser. Sie werden feststellen, dass Sie mit mehr Achtsamkeit auch weniger Stress verspüren und insgesamt zufriedener sind.

Hand Unterstützung alte Frau

Palliativpflege

Hand Unterstützung alte Frau

Sorgsame Betreuung im letzten Lebensabschnitt

Obwohl er uns alle betrifft, wird der Tod kaum thematisiert. Die Hemmungen, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen, sind oft groß, zumal viele Ängste, Unsicherheiten und Fragen damit einhergehen. Im Rahmen der Palliativpflege ist dieses Thema aber enorm wichtig. Hier möchten wir Ihnen einen Einblick geben.

Bei der Palliativpflege handelt es sich um eine umfassende Pflege von Patienten, bei denen eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist – das betrifft ältere und schwerkranke Menschen gleichermaßen. Die Palliativpflege setzt es sich zum Ziel, diese Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt ganzheitlich zu versorgen und zu betreuen, sowohl psychologisch als auch medizinisch, und ihnen so höchstmögliche Lebensqualität zu bieten. Doch welche Möglichkeiten gibt es?

Palliativpflege zu Hause – ist das möglich?

Oft hegen Palliativpatienten den Wunsch, ihren letzten Lebensabschnitt in ihrem vertrauten Umfeld und bei ihren Liebsten zu verbringen. Ob die Palliativpflege zu Hause möglich ist, hängt davon ab, ob die medizinische Versorgung, die zur Linderung der Symptome dient, in den eigenen vier Wänden gewährleistet werden kann. Dabei geht es beispielsweise darum, ob bestimmte medizinische Geräte vorhanden sind oder eine umfassende ärztliche Betreuung möglich ist. Die sogenannte ambulante Palliativversorgung kann etwa durch den Hausarzt und entsprechende Fachkräfte eines Pflegedienstes umgesetzt werden. Inzwischen gibt es sogar viele spezialisierte Palliativpflegedienste, die den Betroffenen und die Angehörigen gezielt unterstützen. Diese kümmern sich um die medikamentöse Versorgung und ermöglichen zudem eine Rufbereitschaft. Dadurch kann auch dann, wenn keine Pflegekraft anwesend ist, von zu Hause aus schnell Hilfe gerufen werden.

Intensive Palliativpflege im Pflegeheim oder Hospiz

Ist die Versorgung des schwerkranken Patienten im eigenen Zuhause nicht möglich, erfolgt eine stationäre Palliativversorgung. Die Palliativpflege ist sowohl im Pflegeheim als auch im Krankenhaus, etwa auf Palliativstationen, möglich. Insbesondere wenn eine akute Verschlechterung eintritt, werden Patienten häufig auf die Palliativstation eines Krankenhauses verlegt. Ziel ist dabei stets, dass die Symptome gelindert werden, bis eine Entlassung möglich ist. Hospize nehmen in der Palliativpflege eine gesonderte Stellung ein. Sie sind auf die medizinische und insbesondere auch auf psychische Begleitung spezialisiert. Angehörige werden hier stärker miteinbezogen und die klassische Krankenhausatmosphäre wird bewusst vermieden. Der Fokus liegt ausschließlich auf der letzten Lebensphase und darauf, diese so angenehm wie möglich zu gestalten.

Da hier eine besonders intensive und ganzheitliche Betreuung der Patienten stattfindet, sind die Plätze jedoch knapp. Das heißt: Der Bedarf an Palliativpflege ist größer als das Angebot, sowohl in Kliniken und Hospizen, als auch bei ambulanten Diensten. Um diese Lücken zu schließen, nimmt die Sterbebegleitung und Palliativpflege einen immer höheren Stellenwert in der Ausbildung ein und wird darin mehrmals aufgegriffen. So sind wir auf einem guten Weg, dem Thema Sterbebegleitung und Tod mehr Raum zu geben und Ängste und Tabus abzubauen.

Benötigen Sie weitere Informationen zu diesem Thema? Gerne beraten wir Sie ausführlich zu Ihrer individuellen Situation, Ihren Möglichkeiten und geben Ihnen bei Bedarf hilfreiche und weiterführende Adressen an die Hand. Scheuen Sie sich nicht, Kontakt zu uns aufzunehmen. Wir helfen Ihnen weiter!

Mann mit zwei Senioren in Besprechung

Sprechen mit Demenzbetroffenen

Mann mit zwei Senioren in Besprechung

Demenz und Sprache: Tipps für das Sprechen mit Betroffenen

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Der Umgang und das Sprechen mit Betroffenen erfordern von uns eine besondere Sensibilität und Achtsamkeit. Hier geben wir Ihnen einige Tipps zum Umgang mit der Sprache.

Mit fortschreitender Demenz schwinden auch die kommunikativen Möglichkeiten: Das Sprechen fällt zunehmend schwer und auch die Fähigkeit, das Gegenüber zu verstehen, ist beeinträchtigt. Umso wichtiger ist es, Betroffenen dennoch viel Zuwendung zu geben und sie aktiv anzusprechen. Doch welche Methoden tragen zum besseren Verständnis bei? Wir haben Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt.

Grundsätzliches bei Demenz: ruhige Sprache, kurze Aussagen, Zeit und ein positives Umfeld

Generell gilt, dass Sie mit Menschen, die an Demenz leiden, ruhig und langsam sprechen sollten. Nehmen Sie sich Zeit für den Betroffenen, denn nonverbale und emotionale Zeichen nehmen diese sehr gut wahr. Durch eine ruhige Sprache strahlen Sie Ruhe und Verständnis aus und beruhigen auch den Betroffenen. Spiegeln Sie die Körperhaltung des Betroffenen und kommunizieren Sie auf Augenhöhe. Die Aussagen sollten möglichst kurz und präzise sein und den Demenzerkrankten nicht mit zu viel Informationen belasten. Wurde etwas nicht verstanden, wiederholen Sie einzelne wichtige Begriffe oder den ganzen Satz – wenn notwendig mehrfach. Seien Sie geduldig und geben Sie dem Betroffenen Zeit, das Gesagte aufzunehmen und zu verstehen.

Präzise Fragen stellen, offene Fragen vermeiden

Oft sind Angehörige unsicher, wie sie mit Menschen mit Demenz sprechen sollen, da diese sie nur schlecht verstehen. Dennoch ist es enorm wichtig, Betroffene anzusprechen und Fragen zu stellen, denn dadurch signalisieren wir Interesse. Wenn Sie Fragen an Demenzbetroffene richten, sollten Sie jedoch darauf achten, dass diese nicht zu komplex und abstrakt sind.

Deshalb sollten Sie W-Fragen und andere offene Fragen vermeiden. Stellen Sie stattdessen Oder-Fragen und solche, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können.

Beispiele: Anstatt „Wie geht es dir?“ fragen Sie „Geht es dir gut?“; statt „Was möchtest du trinken?“ fragen Sie „Möchtest du lieber Kaffee oder Tee?“.

So begrenzen Sie die Antwortmöglichkeiten und überfordern den Betroffenen nicht.

Demenz: Fokus auf eine klare, schnörkellose Sprache

Wenn Sie mit Menschen kommunizieren, die an Demenz leiden, sollten Sie stets auf eine klare Sprache achten. Konkret bedeutet das: Verzichten Sie auf jegliche Formen von Verneinungen („nicht“, „kein“, „niemand“ etc.). Diese Konstruktionen sind für den Betroffenen schwer zu verstehen. Darüber hinaus vermitteln positive Formulierungen eine angenehmere Stimmung. Beispiel: Statt „Nimm die Tabletten nicht ein, bevor du etwas gegessen hast“ sagen Sie „Bitte iss jetzt. Danach nimmst du die Tabletten ein.“

Vermeiden Sie Pronomen, wenn Sie mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, sprechen. Die Betroffenen können diese nicht in Bezug zu dem dazugehörigen Nomen setzen. Wiederholen Sie stattdessen das Nomen nochmals.

Beispiel: „Svenja hat angerufen. Svenja kommt morgen Mittag vorbei.“

Erklären Sie Demenzbetroffenen Ihre Handlungen

Sprechen Sie mit Demenzbetroffenen in der „Ich“-Form darüber, was Sie als Nächstes tun werden. So vermeiden Sie Unsicherheit oder unangenehme Überraschungen und Ihr Gegenüber kann sich darauf einstellen. Beispiel: „Ich helfe dir jetzt in die Jacke“. Diese Aussage leitet die folgende Handlung klar ein und dient dem Demenzkranken als eine Art Vorwarnung.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie mit Menschen mit Demenz sprechen und umgehen können? Dann nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf. Wir beraten Sie gerne!

Alte Frau in blauer Jeans Jacke

Pflegegrad beantragen – so gehen Sie vor

Alte Frau in blauer Jeans Jacke

Wenn Sie als Pflegebedürftiger oder Angehöriger bemerken, dass eine Verschlechterung Ihrer Verfassung und eine verminderte Selbstständigkeit eintreten, sollten Sie bei der Pflegekasse einen Pflegegrad beantragen. Wie genau Sie dabei vorgehen und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier.

Um in einen Pflegegrad eingeteilt zu werden, müssen Sie einen entsprechenden Antrag bei der Pflegekasse Ihrer Krankenkasse einreichen. Ob Sie den Pflegegrad telefonisch, schriftlich oder direkt per Formular beantragen, ist Ihnen überlassen.

Pflegebedürftige Menschen, die einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellen, können auf diese Weise finanzielle Unterstützung für ihre Pflege erhalten. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach dem festgelegten Pflegegrad. Wenn Sie der Auffassung sind, dass Sie in einen ungerechten Pflegegrad eingestuft wurden, können Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen.

Wann sollten Sie einen Pflegegrad beantragen?

In manchen Fällen tritt die Pflegebedürftigkeit plötzlich ein und ist offensichtlich, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Nicht selten entwickelt sich die Pflegebedürftigkeit jedoch schleichend und es fällt den Angehörigen oder dem Pflegebedürftigen selbst schwer, diese wahrzunehmen und einzuordnen. Sobald Sie den Eindruck haben, dass Sie oder Ihr Angehöriger den Alltag nicht ohne regelmäßige Unterstützung bewältigen können, sollten Sie einen Pflegegrad beantragen.

Es lohnt sich, den Antrag frühestmöglich zu stellen, da die Pflegeleistungen nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Antragstellung erbracht werden. Beachten Sie bitte außerdem, dass folgende Voraussetzung erfüllt sein muss: Die Person, welche die Leistungen der Pflegekasse beanspruchen möchte, muss in den vergangenen zehn Jahren mindestens zwei Jahre lang in die soziale Pflegeversicherung eingezahlt haben.

Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung: So ist der Ablauf

Haben Sie den Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung telefonisch oder schriftlich gestellt, wird Ihnen per Post ein Formular zugesendet, welches Sie ausfüllen und unterschreiben müssen. Sollten Sie dabei Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.

Ist der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen, wird ein Gutachter des Medizinischen Dienstes oder – bei Privatversicherten – des MEDICPROOF Kontakt mit Ihnen aufnehmen, um einen Termin zur Pflegebegutachtung mit Ihnen zu vereinbaren. Pflegebedürftige fühlen sich dabei oft überfordert und eingeschüchtert. Dennoch ist es wichtig, dass Sie oder Ihr Angehöriger sich Schwächen eingestehen, damit es nicht zu einer fehlerhaften Beurteilung kommt. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, ein Pflegetagebuch zu führen, konkrete Situationen zu schildern oder dafür zu sorgen, dass eine kompetente und vertrauensvolle Person während des Gutachtens anwesend ist. Das kann beispielsweise ein Pflegedienstmitarbeiter oder ein Familienangehöriger sein, der mit der Situation des Pflegebedürftigen vertraut ist.

Anschließend erhalten Sie als Antragsteller den postalischen Bescheid über den zugewiesenen Pflegegrad. Halten Sie diesen für unrechtmäßig, können Sie binnen vier Wochen Widerspruch einlegen.

Widerspruch bei zu geringem Pflegegrad einlegen

Ihnen wurde kein oder ein zu geringer Pflegegrad zugewiesen? Dann sollten Sie so schnell wie möglich Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen, um eine neue Begutachtung anzufordern und den Pflegegrad zu erhalten, der Ihnen zusteht. Innerhalb von vier Wochen können Sie schriftlich Widerspruch einlegen. Zunächst benötigen Sie noch keine Begründung dafür. Eine Mitteilung, dass Sie dem Bescheid widersprechen, ist ausreichend. So haben Sie ausreichend Zeit, eine fundierte Begründung zu formulieren und nachzureichen. Gerne unterstützen wir Sie bei diesem Vorhaben und liefern Ihnen weitere Informationen. Nehmen Sie dazu einfach Kontakt zu uns auf!

Ihre Auszeit als Angehöriger ist nur einen Anruf weit entfernt.
Geplant oder spontan. Als pflegebedürftiger Kunde können Sie in unserem betreuten Café ein paar entspannte Stunden in schöner Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen verbringen.
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